Wenn b und d zum Tanzen gehen

Ein kurzer Bericht betroffener Eltern

 

"Ihr Kind sollte mal eine LRS Testung machen." so die Aussage der Klassenlehrerin. "Oh Schreck, mein Kind hat eine Schwäche, ist nicht normal, erreicht das Lernziel nicht!!!"

"Mein Kind ist doch fleißig, versucht jeden Tag aufs neue den Leistungsanforderungen der Schule gerecht zu werden. Übt stundenlang, weint, verzweifelt, schießt über vor Freude und bricht wieder ein. Es ist fleißg und kommt doch nicht voran."

 

Wenn diese Problematiken bereits mit Schulbeginn einsetzen und nicht endgültig und allumfassend geklärt werden, ist der Weg in die Lernverweigerung schon fast vorprogrammiert.

Hier gilt es unbedingt zu klären, ob die binokulare Verarbeitung und  die visuelle Ausdauer den Anforderungen entspricht oder ob eine Überlastung bzw. Überanspruchung des Sehsystems vorliegt.

"Mein Kind ist doch nicht dumm und auch nicht faul. Aber es kommt einfach nicht voran. Alle anderen in der Klasse sind schon viel weiter."


Ein fleißiger Faulpelz.

 

Kinder leiden, Eltern leiden, setzen ihr Kind unter Druck.

Der Erfolg? Stellt sich nicht ein! Frust, Verzweifelung, Resignation.

 

Häufig liegen die Ursachen schulischer Probleme in der fehlerhaften Sehverarbeitung. Eine Überprüfung mit orthoptischen Testungen und optometrischen Messverfahren bringen Klarheit und Sicherheit.

Eins der zuverlässigsten und genauesten optometrischen Verfahren ist die MKH (Mess- und Korrektionsmethode nach Haase). Hierbei wird in einem Ablauf die binokulare Verarbeitung gemessen und die erforderliche Korrektur bestimmt.

 

Winkelfehlsichtigkeit (WF) definiert die Abweichung der Sehachsen zueinander, die nur mit Hilfe der MKH festgestellt und korrigiert werden kann. Eine WF kann u.a. zu schnellem Ermüden, tanzenden Bildern, hüpfenden Worten oder Buchstaben oder einseitigen Bildunterdrückungen führen. Um solchen Problemen vorzubeugen, verweigern viele Kinder Situationen die genau diese Effekte hervorrufen. Das sind meistens Situationen, in denen vom Sehen Höchstleistungen verlangt werden. Und das ist eben eher in der Schule der Fall als auf dem Spielplatz.

Die genauen Ergebnisse der MKH (statisches Messverfahren) und die Grenzwertanalyse der OEP (dynamisches Messverfahren) können nun vom ausgebildeten Spezialisten verglichen und bewertet werden.

Nur so lassen sich verschiedene Möglichkeiten der Behebung oder Korrektur eines binokularen Problems erörtern. Wichtig bei der Findung der richtigen Therapie ist häufig die Dringlichkeit, die Ausdauer des Kindes und die Geduld der Eltern.

Aber eine Messmethode allein ist nicht aussagekräftig und kann keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Die Untersuchung mit einer weiteren, unabhängigen Methode ist daher für eine gründliche und umfassende Beurteilung des Sehverhaltens nötig.

 

Diese Methode nennt sich OEP (Optometric extension program), das erweiterte optometrische Programm. Ein Analyseverfahren, das in einer 21 Punkte-Messung die dynamischen Fähigkeiten des Sehsystems eingrenzt und beurteilt. Das OEP ist das weltweit meist verbreitete Analyseverfahren zur Beurteilung der Sehleistung des beidäugigen Sehens.